Sprachbarrieren und andere Hindernisse

(c) Ahijah Ndomba

Da ich die Liste von den zuständigen Mitarbeitern des Tanzanian Investment Centers noch nicht erhalten habe, musste ich anderweitig an Unternehmerinnen und Unternehmer herantreten. Deshalb habe ich mir für den Morgen vorgenommen, Unternehmen via Desk Research zu identifizieren. Dabei bin ich so vorgegangen, dass ich mir je nach Branche und Verfügbarkeit der Informationen, jeweils ca. 5-10 Unternehmen rausgeschrieben habe. Diese galt es nun telefonisch zu kontaktieren, um im Nachgang Termine zu vereinbaren. Bei dieser Vorgehensweise traten jedoch die ersten Probleme auf, da viele Nummern nicht mehr aktuell waren, womit mir nur die Möglichkeit blieb, spontan bei den jeweiligen Unternehmen vorbeizuschauen. Am Tag ist es je nach Verkehrslage realistisch mit vier bis fünf Unternehmen zu sprechen. Zu meiner Überraschung waren viele Entscheidungsträger nicht in ihren Büros anzutreffen, da erwartet wird, dass sich interessierte Unternehmer vorab telefonisch anmelden. Immerhin konnte ich zumindest schon einmal die korrekten Telefonnummern notieren.

Auf dem Weg von einem Unternehmen zum anderen, sind wir durch einen Ort, nahe Dar Es Salaam gefahren, wo sich mehrere kleinere Hersteller von Ziegelsteinen und Steinplatten befinden. Daher bin ich ausgestiegen und habe versucht mit der lokalen Belegschaft ins Gespräch zu kommen. Das einzige Problem bestand darin, dass keiner der Anwesenden, samt Chef, der englischen Sprache mächtig war. Die Kommunikation fand demnach überwiegend mit Hilfe des Google Translators und meinem Fahrer statt. Aufgrund der Sprachbarrieren ging leider viel Informationsfluss verloren, da es schwierig war, meine gewünschte Intention trotz Translator und Fahrer klar zu kommunizieren. Ich denke, dass ich und meine Gesprächspartner in vielen Aspekten einfach aneinander vorbeigesprochen haben. Dennoch erachte ich gerade diesen Ort für unser Vorhaben als sehr interessant, weshalb es sich vielleicht anbieten würde, mit einer lokalen Begleitperson erneut vorbeizuschauen, sofern diese über ausreichende Englischkenntnisse verfügt.

Darüber hinaus konnte mir der Chef dieses besagten Herstellers eine Region nennen, in der ich größere Hersteller von Ziegelsteinen und Steinplatten finden könnten, die vielleicht sogar in der Lage wären (oder idealerweise bereits in der Lage sind Lehmziegel) herzustellen. Auch in diesem Fall wäre es meiner Einschätzung nach vorteilhafter jemandem mitzunehmen, der der lokalen (Kiswahili) und der englischen Sprache mächtig ist. Ich hatte bisher, insbesondere aufgrund der Kolonialgeschichte angenommen, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Englischen Sprache mächtig ist.

Dennoch haben meine limitierten Mittel ausgereicht, um mir den Herstellungsprozess der Ziegelsteine und Lehmplatten erklären zu lassen. Der Erklärung des zuständigen Leiters zufolge findet interessanterweise die Herstellung komplett „natural“ statt, das heißt ohne den Zusatz von Chemikalien. Die Mitarbeiter haben mir dann demonstrativ gezeigt, wie sie eine Steinplatte herstellen. Der ganze Prozess hat weniger als 25 Sekunden (!) gedauert (exkl. der Zeit, die jeder Ziegel zum trocknen braucht). Die Herstellung der Produkte erfolgt zurzeit mit Hilfe einfachster Maschinen und harter körperlicher Arbeit. Demnach scheint es nur logisch, dass mein Kontakt vom Investment Center mir mitgeteilt hat, dass die Regierung diesen Sektor subventioniert und für den Import von Maschinen potentielle Steuererleichterungen vergibt.

Abschließend lässt sich erstmal festhalten, dass die ersten Tage in Dar Es Salaam (noch) nicht so fruchtbar waren, wie die in Addis Abeba. Besonders anzumerken ist hier jedoch, dass ich in Addis Abeba auf die Netzwerke meiner Kontakte zurückgreifen konnte. Ich bleibe dennoch optimistisch und bin mir sicher, dass ich während meiner Zeit in Tansania interessante Kontakte und Einblicke gewinnen kann.

Selbstverständlich halte ich euch, wie zuvor, stets auf dem Laufenden.

Beste Grüße und bleibt gesund!

Euer

Ahijah