Licht am Ende des Tunnels

(c) Ahijah Ndomba

Die erste Woche in Tansania neigt sich langsam dem Ende zu. Am heutigen Tag mussten leider zwei Termine aufgrund des starken Regens morgens abgesagt werden. Viele Mitarbeiter sind aufgrund der schwierigen Verkehrsverhältnisse im Home-Office geblieben. Die Straßen waren massiv überflutet und kaum befahrbar. Somit musste ich erneut improvisieren und bin durch Zufall an ein junges Research Unternehmen geraten. Dieses Unternehmen hatte ich kontaktiert, weil es Kontakte zu Entscheidungsträgern in den verschiedensten Branchen in Tansania hat.

Wir konnten spontan einen Termin vereinbaren, jedoch blieb auch ich nicht vom Regen und dem damit verbundenen Stau verschont, weshalb sich meine Anfahrt zum Unternehmen von ursprünglich 40 Minuten auf 90 Minuten verlängert hat. Ich möchte an dieser Stelle gerne nochmals darauf aufmerksam machen, dass zwischen den jeweiligen Terminen immer genug Puffer eingeplant werden sollte. Dies sollte vor allem von Unternehmerinnen und Unternehmern berücksichtigt werden, die planen, sich nach Tansania zu begeben.

Wie in den Terminen zuvor auch habe ich nach dem anfänglichen Smalltalk, den Grund meiner Reise mit meinem Gesprächspartner geteilt. Ich hatte darauf hingewiesen, dass es aktuell schwer für mich ist, passende Gesprächspartner in ihren Büros anzutreffen oder telefonisch Termine zu vereinbaren. Mein Gesprächspartner hatte mir mitgeteilt, dass dies unter anderem daran liegen kann, dass die Langlebigkeit der Unternehmen in Tansania nicht wirklich lang ist. Auch die globalen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie wirken sich negativ auf dem Land aus, so dass das ein oder andere Unternehmen, das ich versucht habe zu kontaktieren gar nicht mehr existiert.

Glücklicherweise arbeitet mein Gesprächspartner für ein Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, aktuelle Unternehmensdaten im ganzen Land zu sammeln und der Öffentlichkeit für kleines Geld bereitzustellen – Mein erster Volltreffer!

Mein Gesprächspartner hatte mir mitgeteilt, dass sie in regelmäßigen Abständen Unternehmen im ganzen Land besuchen, um sicherzugehen, dass die Daten und Informationen immer auf dem neuesten Stand bleiben. Dies machen sie gerade deswegen, weil die Fluktuation der Unternehmen sehr hoch ist. Darüber hinaus hat der Unternehmer angeboten, mir eine Auswahl von zuverlässigen und guten Unternehmen für Lehmbaustoffe und Solarprodukte zu übersenden. Ein Musterbeispiel für den so bekannten „Entrepreneurial spirit“, da die Unternehmer ein Problem erkannt haben und es meines Erachtens sehr gut gelöst haben.

Er wies daraufhin, bei Kontaktaufnahme sein Unternehmen zu benennen, um meine Erfolgschancen zu maximieren. Die Liste hat er mir innerhalb von 30 Minuten per Mail übersendet. Zudem hat er mir noch einen Ort genannt, an dem ich Informationen über die Importregularien von bestimmten Gütern erhalten könnte.

Zum Abschluss hat er mir noch die neueste Ausgabe des Unternehmensverzeichnisses mit den Worten „Karibu in Tanzania Ahijah“ als Gastgeschenk mitgegeben.

Somit kann ich morgen damit beginnen, weitere Termine für Samstag oder die kommende Woche einzuplanen. Zudem werde ich am Montag einen deutschen Unternehmer in der Energiewirtschaft treffen, der seit über 25 Jahren in Tansania lebt und arbeitet. Auch von ihm erhoffe ich mir relevante Marktinformationen und realistische Einschätzungen zum Investitionsklima in Tansania aus der „deutschen“ Sicht, wie ich ähnlich in Äthiopien erhalten habe.

Es bleibt also spannend.

Wie die weiteren Tage verlaufen werden, erfahrt ihr aus erster Hand genau hier.

Bis dahin wünsche ich Euch vorab ein schönes Wochenende und viel Gesundheit.

Euer

Ahijah