Jambo Dar Es Salaam!

(c) Ahijah Ndomba

„Karibu Ahijah“ (Willkommen Ahijah)!

Ein Satz, den ich in den ersten zwei Tagen sehr oft gehört habe. Nach einer knapp 13-stündigen Anreise bin ich wohlauf in Dar Es Salaam, der größten Stadt Tansanias, angekommen. Der einzige „Makel“ meines bisherigen Aufenthalts besteht darin, dass ich genau zur Regenzeit angereist bin. Der Regen hat mir bisher glücklicherweise (noch) keinen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nach meinem zweiwöchigen Aufenthalt in Äthiopien, bin ich mit ein wenig mehr Erfahrung nach Dar Es Salaam gereist. Mein erster Anhaltspunkt war, wie schon zuvor in Äthiopien, das lokale Büro für internationale und nationale Investitionsvorhaben. Dort angekommen, konnte ich mich mit dem Manager der Abteilung unterhalten. Nachdem ich ihm mitgeteilt habe, welche Branchenschwerpunkte wir uns gesetzt haben, hat er mir einen generellen Überblick über das Investitionsklima in Tansania mitgegeben, speziell in den von uns interessanten Branchen. Anzumerken ist hierbei jedoch, dass wir für Tansania die Floristikbranche zusätzlich hinzugezogen haben.

Darüber hinaus hat mir der Manager grob mitgeteilt, wie der Prozess im Hinblick auf die Unternehmensregistrierung in Tansania aussieht. Besonders hervorzuheben ist hier, dass es für internationale Unternehmen sektorübergreifend und fast barrierefrei möglich ist, Niederlassungen aufzubauen, ohne Partnerschaften mit lokalen Unternehmen einzugehen. Wie sicherlich in den meisten Volkswirtschaften der Welt, wird die mehrheitliche Einbeziehung von lokalen Unternehmen/Unternehmern finanziell „entlohnt“, indem bei der Registrierung „nur“ ein Saldo von mindestens 100.000 US-Dollar nachgewiesen werden muss , wohingegen mehrheitlich international geführte Unternehmen ein Saldo von mindestens 500.000 US-Dollar, bei einer lokalen Bank in Tansania, nachweisen müssen. Zudem bemüht sich die tansanische Regierung, internationale Unternehmen mit Steuervorteilen für Tansania zu begeistern. Diese Steuervorteile könnten beispielsweise so aussehen, dass für importierte Maschinen, die für die Verarbeitung und Herstellung von Waren nach Tansania importiert werden, eine Steuererleichterung von bis zu 75 % möglich ist. Voraussetzung hierfür ist, dass die Maschinen als Anlagegüter registriert werden müssen.

Die von uns betrachteten Unternehmen werden nach Aussage meines Gesprächspartners alle von der Regierung gefördert. Überraschenderweise ist der Markt für Erneuerbare Energien, seiner Einschätzung nach, nicht wirklich lukrativ, da dieser mehr oder weniger saturiert ist. Positiv hervorzuheben ist jedoch, vor allem im Hinblick auf meine bisherigen Rechercheergebnisse in Addis Abeba, dass Möglichkeiten existieren, B2C und B2B Kunden zu erreichen. Somit könnte der Markt trotzdem weiterhin für deutsche Unternehmen interessante Möglichkeiten bieten, sofern „reale“ Geschäftsmöglichkeiten bestehen sollten. Nach heutigem Stand ist zumindest schon einmal festzuhalten, dass im Vergleich zu Äthiopien eine größere Anzahl an potenziellen Kunden in Betracht gezogen werden kann. Auch scheint der private Sektor in Tansania viel offener für internationale Investoren zu sein. Zu der Wettbewerbssituation in Tansania machte mein Kontakt eine für mich überraschende Aussage, nämlich die, dass der Markt nicht von Asiatischen Wettbewerbern dominiert wird, wobei er hinzufügte, dass es seiner Einschätzung nach grundsätzlich nicht viele Unternehmen aus Asien gibt. Auf Rückfrage welche Nation oder Nationen im internationalen Vergleich am häufigsten in Tansania vertreten sind, gab mir mein Kontakt zu verstehen, dass das Vereinigte Königreich am häufigsten in Tansania operiert.

Im Hinblick auf die Floristikbranche hat mir der Manager mitgeteilt, dass der Floristik Export einer der „boomenden“ Sektoren in Tansania ist. Diese werden jedoch nicht in Dar Es Salaam, sondern vielmehr in den Regionen rund um den Kilimanjaro und Arusha verarbeitet. Um genauere Einschätzungen für diese Branche vornehmen zu können, wäre es demnach hilfreich, sich den Blumenexport vor Ort in Arusha anzuschauen.

Im Hinblick auf die Herstellung und Verarbeitung von Lehmbaustoffen konnte mir der zuständige Manager keine detaillierten Auskünfte geben. Ich nehme an, dass der Markt ähnlich wie in Äthiopien, noch in den „Kinderschuhen“ steckt. Der Manager verwies mich jedoch an die Leiterin der Data Management and Research Abteilung. Diese hatte mir zugesagt, mir im Laufe des Tages eine Liste mit interessanten Unternehmen zuzuschicken. Zudem hatte mir die Leiterin ebenfalls mitgeteilt, dass die Regierung schwerpunktmäßig Investitionen in der Agrar- und Landwirtschaft und im Gesundheitswesen fördert. Laut ihrer Aussage sind ca. 84 % der Bevölkerung direkt oder indirekt von der Agrar- und/oder Landwirtschaft betroffen.

Trotz der ersten Einschätzungen ist es noch zu früh um irgendwelche Prognosen zu ziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt steht jedoch fest, dass ich mir mehr Informationen einholen muss, um ein klares Bild über die Situation in Tansania zu bekommen.

Demnach werde ich in den nächsten Tagen mit verschiedenen Unternehmern sprechen und hoffentlich die Informationen erhalten, die unser Projekt vorantreiben.

Näheres hierzu folgt in dem nächsten Blog-Eintrag.

Euer

Ahijah